15.04.2010: Tauchen in Kambodscha
17. April 2010 | 14:03 Uhr
Um kurz nach sieben machten wir uns auf den Weg zum Tauchcenter, der gerade mal zwanzig Meter von unserem Gästehaus entfernt liegt. Der Rest der Gruppe (insgesamt waren wir sieben) war bereits dort und so wurden wir nur noch schnell einander vorgestellt, bevor uns der Minibus zum Hafen brachte. Zwischen uns und dem Boot lag jetzt nur noch ein Steg, dessen wackelige und teils ziemlich morsche Bretter Bilder eines unfreiwilligen Bades herauf beschworen. Doch alles ging gut und wir erreichten trockenen Fußes das Boot, wo schon ein kleines aber feines Frühstück auf uns wartete.
Nach ca. zwei Stunden entspannter Bootsfahrt erreichten wir unsere erste Tauchstelle vor der Insel Koh Rung Samloem. Während wir in unseren Wetsuit schlüpften und unsere Ausrüstung anlegten, diskutierte unser Divemaster James mit dem Kapitän des Bootes und einem anderen Divemaster, ob wir wirklich an dieser Stelle unseren Tauchgang beginnen können oder ob das Boot seine Position noch mal ändern muss, da sie sich über Stärke und vor allem Richtung der Strömung nicht einig waren. James beschloss, dass eine Änderung der Position nicht notwendig ist, wir hüpften ins Wasser und das Tauchvergnügen konnte beginnen.
Die Sichtweite war zwar nicht ganz so großartig wie bei unseren Tauchgängen in Nha Trang, aber auf jeden Fall deutlich besser als die lausigen zwei Meter Sicht, die wir auf Phu Quoc hatten. Das Besondere an dieser Tauchstelle war, das wir nicht wie bisher entlang eines Riffs, sondern überwiegend über Sandboden getaucht sind, auf dem vereinzelt Korallen sowie kleinere und größere Felsbrocken verstreut waren. So sahen wir zwei keine großen Fische, konnten aber stattdessen ein sehr interessantes Makroleben bestaunen. Zu den Highlights zählten hierbei zwei Dekorier-Spinnenkrabbe, Mini-Shrimps sowie mindestens fünf unterschiedlichen Spezies von Nacktschnecken. Nach knapp einer Stunde verließen wir die Unterwasserwelt vorübergehend und während das Boot die zweite Tauchstelle des Tages vor der kleinen Insel Koh Koun ansteuerte, stärkten wir uns bei einem leckeren Mittagessen, das der Kapitän und sein Schiffsjunge während unseres Tauchganges zubereitet hatten.
Auch bei unserem zweiten Tauchgang war die Sichtweite in Ordnung, wenn auch etwas schlechter als noch beim vorherigen Tauchgang. Dieses Mal erkundeten wir wieder ein Riff, das uns verschiedenste bunte Korallen und die üblichen Verdächtigen der tropischen Unterwasserwelt bot. Am beeindruckendsten waren jedoch die Langflossen-Fledermausfische, denen wir zunächst vereinzelt und schließlich in einem großen Schwarm von ca. 20-30 Fischen begegneten. Gar nicht scheu, sondern vielmehr neugierig schwammen sie um uns herum und folgten uns sogar teilweise. Das nahm meine Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch, dass ich leider den großen Kugelfisch verpasste, den Fabian und James entdeckten. Bevor Fabian mich auf ihn aufmerksam machen konnte, hatte der lustige aber sehr scheue Kamerad sich bereits aus dem Staub gemacht.
Als wir während der Rückfahrt auf dem Sonnendeck rumlümmelten beschlossen wir, dass dies doch nicht die letzten Tauchgänge unserer Reise bleiben sollten und wir in den nächsten Tagen noch einen letzten Tagestrip machen wollten. Zurück im Hafen hieß es erneut den abenteuerlichen Steg zu überstehen. Bevor uns der Minibus zurück zum Tauchcenter brachte, durften wir noch beobachten, wie ein paar einheimische Kinder das Verbot der Regierung ignorierten und fleißig mit Wasser gefüllte Plastikbeutel auf vorbeifahrende Motorräder warfen. Und die Kinder waren nicht die einzigen. Während der Fahrt sahen wir, wie sich auch die Motorradfahrer gegenseitig mit Wasserbeuteln bombardierten. Zum Glück saßen wir sicher geschützt hinter dicken Glasscheiben.