vielsehen

25.01.2010: Auf Wiedersehen Australien – Hallo Neuseeland!

29. Januar 2010 | 11:40 Uhr

Melanie:
Nach 52 Tagen hieß es nun leider, Abschied von Australien zu nehmen. Und der Abschied fällt wahrlich nicht leicht, auch wenn mit Neuseeland ein wunderbares Land auf uns wartet. Während ich mich an unserem letzten Tag in Indien trotz der tollen Erlebnisse darauf freute, das Land zu verlassen und ein ruhigeres und saubereres Land zu bereisen, verlasse ich Australien auf jeden Fall nur sehr ungern.

Australien ist ein Land, in dem man auf der einen Seite herrlich am Strand entspannen und auf der anderen Seite viele spannende Dinge erleben und entdecken kann. Auf einige Erlebnisse hätte ich allerdings auch gut verzichten können. So wurde ich von einer fies aussehenden Wespe überfallen, von Sandfliegen und Moskitos durchlöchert und dann auch noch beinahe in den weiten Ozean verschleppt. Die positiv unvergesslichen Erlebnisse überwiegen jedoch bei Weitem: Tauchkurs und Tauchgänge, Bootsausflüge ans Great Barrier Reef und zum Whitehaven Beach, mit dem Jeep auf Fraser Island am Strand entlang fahren und kuscheln mit einem Koala waren lediglich die Creme de la Creme und auf die wenigen verzichtbaren Erlebnisse kommen jeweils gefühlte 10 Highlights.

Bei meiner Schwärmerei darf ich natürlich nicht die Bewohner dieses wunderbaren Landes vergessen. In den letzten Wochen sind mir unglaublich viele offene, freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet, die dafür gesorgt haben, dass ich die Zeit in Australien in bester Erinnerung behalten werde. Ob an der Tankstelle, im Supermarkt oder in anderen Geschäften, auf den Campingplätzen, in Restaurants und Cafés oder auch einfach so auf der Straße, stets war man daran interessiert, wo wir herkommen und wie unsere Reisepläne aussehen. Nicht selten bekamen wir gute Tipps oder Empfehlungen, die unsere Reise bereicherten und dafür sorgten, dass wir weitere nette Menschen getroffen haben.

Insbesondere in sprachlicher Hinsicht ist der Aufenthalt hier nicht ohne Auswirkungen geblieben. Mein wohlerzogenes und klares “Yes” ist dem typisch australisch dahingeschludertem “Yeah” gewichen und statt eines “Goodbye” oder zumindest “Bye” nuschele ich jetzt nur “See ya”. Ich sollte am Ende der Reise wahrscheinlich besser noch eine Woche in London verbringen, um wieder ein gesittetes Englisch zu sprechen.

Allerdings hoffe ich, mir etwas der ruhigen und entspannten Lebensart der Australier angeeignet zu haben und vor allem, mir erhalten zu können. So werde ich den Alltag nach unserer Rückkehr bestimmt mit einem steten Lächeln im Gesicht meistern können…

Fabian:
Zum Australien Fazit kann ich nicht mehr viel zu Melanies Worten hinzufügen. Auch mir hat es hier Down Under ausgesprochen gut gefallen. Besonders Natur und Landschaft haben uns eigentlich jeden Tag ein Highlight präsentiert.

Vielleicht kann ich noch schreiben, dass die Australier viel mehr mit den Amerikanern als mit den Engländern gemein haben. Sei es die Vorliebe zum Nuscheln und verkürzen von Worten, die bei vielen Australiern auf Fast Food ausgerichtete Lebensweise oder der Hang eher große und benzinschluckende Autos zu fahren. Aber auch die ungemeine Freundlichkeit und Offenheit, die in ein kumpelhaftes Verhalten übergeht.

Außerdem haben Australier eine eigene Zeitrechnung, die “10 minutes”. Diese 10 Minuten sind hier unten anscheinend in einer eigenen Dimension, variieren sie doch in ihrer Länge je nach Lust und Laune. Ich weiß nicht, wie oft wir während unserer Reise gehört haben, dass dies oder das nur “10 minutes” weit weg sei. Oft waren es dann eher 20 Minuten, manchmal aber auch nur fünf.

Der Abschied von Australien fällt eigentlich doppelt schwer, denn wir verlassen nicht nur ein wirklich schönes Land, sondern der Abschied markiert gleichzeitig auch die Halbzeit unserer Reise. Da wir aber noch fast drei Monate vor uns haben und noch viele tolle Dinge erleben werden, verschwenden wir daran keinen wirklichen Gedanken.

Wir verließen Australien am Nachmittag und erreichten nach drei Stunden Flug am frühen Abend dann Auckland, die größte Stadt Neuseelands oder Aotearoa, wie das Land auf Maori heißt und was “Land der langen weißen Wolke” bedeutet. Auckland beheimatet mit knapp 1,4 Millionen Einwohnern ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes, wirkt aber bis auf das Stadtzentrum mit seinen Wolkenkratzern eher beschaulich, was daran liegt, dass sich die Einwohner auf die doppelte Fläche von London verteilen.

Vom Flughafen nahmen wir einen Shuttlebus nach Parnell, einem östlichen Stadtteil von Auckland, der für seine schönen hölzernen Villen und seiner Vielzahl von kleinen Geschäften, Galerien und Restaurants bekannt ist. Unser Backpacker Hostel “City Garden Lodge” war in einer der genannten Villen untergebracht und wurde ursprünglich für die Königin von Tonga errichtet. Wir bezogen das “Turmzimmer” mit fast rundum laufenden Fenstern im zweiten Stock.

Mittlerweile war es kurz nach neun und unsere Mägen machten mit lautem Knurren auf sich aufmerksam, so dass wir uns in die Nahe gelegene Hauptstraße des Viertels – die Parnell Road – aufmachten, um einen Happen zu essen. Die Restaurants hatten an diesem Montagabend jedoch schon alle die Küche geschlossen. Zum Glück fanden wir noch eine kleine Tapas Bar, in der wir uns einige Leckereien bestellten und den ersten Abend in Neuseeland langsam ausklingen ließen.

24.01.2010: Ein Hauch von Indien

29. Januar 2010 | 11:28 Uhr

Unser letzter Tag in Sydney begann mit einem entspannten Frühstück in einem gemütlichen Café gleich in der Nachbarschaft unseres Hostels. Das Wetter hatte sich zum Glück wieder beruhigt und die Temperaturen waren mit knapp über 20 Grad sehr angenehm.

Wohlgenährt machten wir uns anschließend auf den Weg zum Aquarium, dem wir vor unserer Abreise unbedingt noch einen Besuch abstatten wollten. Mit dieser Absicht standen wir an einem Sonntag nicht alleine da, so dass wir zunächst einmal ca. 15 Minuten in der Warteschlange vor dem Eingang verbrachten. Direkt vor uns stand eine indische Familie mit einem kleinen Säugling. Der sichtbar stolze Vater erzählte uns, dass der Kleine zwar gerade einmal 40 Tage alt sei, es aber trotzdem Zeit sei, dass man ihm die Bewohner der Unterwasserwelt zeigt. Dann zückte er plötzlich seine Kamera und fragte mich, ob ich damit einverstanden sei, wenn er ein Foto von mir und seinem Sohn macht. Ich stimmte zu und schon wurde mir Junior in den Arm gelegt und eifrig drauflos geknipst.

Trotz des scheinbaren Besucherandrangs am Eingang, verteilten sich diese im inneren des Aquariums ganz gut und wir konnten in aller Ruhe diverse Süß- und Salzwasserfische der gemäßigten Regionen, sowie die Bewohner der tropischen Gewässer bestaunen. Hin und wieder entdeckten wir Fische, denen wir bei unseren Tauchgängen begegnet waren, so dass wir jetzt zumindest deren englische Bezeichnung kennen.

Besonders spannend waren natürlich die jeweiligen Becken mit den “gefährlichen” Spezies. Krokodile, Steinfisch (der giftigste Fisch der Welt und in diesem Fall also ausnahmsweise wirklich gefährlich) und natürlich Haie. Es war sehr spaßig hier die Kinder zu beobachten, die mit Bemerkungen wie “Los Hai…friss einen Fisch” sehr zu unserer Belustigung beigetragen haben.

Unseren letzten Abend in Sydney verbrachten wir mit einer leckeren Pizza und einem guten Tennismatch der Australian Open im Fernsehen auf unserem Zimmer. Das Spiel zwischen Roddick und Gonzales war super spannend und fesselte uns bis nachts um eins.

23.01.2010: Symphonie unter Sternen

24. Januar 2010 | 11:29 Uhr

Unser Morgenprogramm bestand darin, den Campervan aufzuräumen und abgabefertig zu machen. Nach kurzer Fahrt in die City von Sydney – natürlich über die Harbour Bridge – war es dann soweit. Nach 10.178 Kilometern gaben wir den Camper wieder ab und waren fortan wieder zu Fuß unterwegs. Unser treuer Begleiter hat nicht ein Mal in all der Zeit Probleme gemacht, so dass Melanie ihn am Ende nur schweren Herzens wieder abgeben wollte.

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Unser erster Weg führte zurück in unser Backpacker Hostel, wo wir kurz Pause machen und uns eine kühlende Dusche gönnen wollten. Denn die Temperaturen in der Stadt waren bereits wieder auf unglaubliche 41°C geklettert (da war er wieder, der Nachbar mit dem Fön). Während wir uns in unserem Zimmer die Australian Open im Fernsehen ansahen, machte das Wetter weiter mit seinen Kapriolen und es brach ein schweres Gewitter über die Stadt herein. Die Temperaturen fielen in einer Stunde um 15°C, doch leider waren durch den starken Regen alle geplanten Nachmittagsaktivitäten wahrlich ins Wasser gefallen.

Zum Glück hörte es gegen späten Nachmittag auf zu regnen, so dass wir uns um kurz nach sieben doch noch zu unserem Abendhighlight aufmachen konnten. Im Rahmen des mehrwöchigen Sydney Festivals stand heute die große Open Air Konzert auf dem Programm: Das Sydney Symphonieorchester lädt in The Domain (einer Parkanlage) zum Konzert unter freiem Himmel ein (und das auch noch für umsonst). Wir machten uns also auf den Weg und erreichten den Park gerade zum Einbruch der Dämmerung und zu Beginn des Konzertes. Nach kurzer Stärkung an den Imbissständen ließen wir uns auf den Rasen nieder und lauschten den Klängen von Leonard Bernstein, der mit dem diesjährigen Konzert geehrt wurde. Die Stimmung während des Konzerts war extrem entspannt und erinnerte an ein riesiges Familientreffen. Die Australier brachten Stühle, Decken, Essen und Getränke mit, so dass eigentlich nur der Grill fehlte, um es zu einem riesigen BBQ zu machen. Gegen 22:00 Uhr ging das Konzert mit einem Feuerwerk zu Ende und wir gingen mit einem weiteren tollen Erlebnis zurück ins Hostel.

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22.01.2010: Baywatch Down Under

24. Januar 2010 | 11:27 Uhr

Da wir morgen Mittag unseren Campervan in Sydney wieder abgeben müssen, haben wir unser letztes Nachtlager an den Northern Beaches von Sydney aufgeschlagen, genauer gesagt in Narrabeen. Auch den heutigen Nachmittag verbrachten wir noch einmal am Strand, diesmal jedoch weniger entspannt als in den vergangenen Tagen.

Als wir den Strand erreichten, waren wir durch die erneut sehr hohen Temperaturen schon ziemlich aufgeheizt, so dass wir uns umgehend ins kristallklare Wasser stürzten. Wir sind gerade mal ein paar Meter geschwommen, als ich merkte, dass wir ziemlich abgetrieben werden. Die Strömung war so stark, dass wir binnen einer Minute ca. 50 Meter aufs Meer hinausgezogen wurden. Jetzt hieß es schnell zurück zum Strand, was jedoch leichter gesagt als getan war. Nach kurzer Zeit war klar, dass wir schon richtig kämpfen müssen, um den Strand zu erreichen. Melanie schaffte es hingegen gerade mal, gegen die Strömung anzuschwimmen und nicht noch weiter abgetrieben zu werden…von Rückkehr ans rettende Ufer mal ganz zu schweigen. Die Situation war schon etwas heikel, so dass ich vorerst alleine mit voller Kraft Richtung Ufer schwamm und letztendlich den Strand erreichte. Dort schnappte ich mir das von den Lifeguards aufgestellte Surfbrett und stürzte mich wieder zurück ins Meer, um Melanie zu holen. Mit Hilfe unseres “Floßes” konnten wir dann beide zusammen zurück an den Strand schwimmen, wo mittlerweile auch ein Rettungsschwimmer angekommen war, dessen Hilfe wir aber zum Glück nicht mehr benötigten.

Der restliche Tag war dann weniger aufregend und die folgenden Meeresbesuche verbrachten wir im flachen Teil des Wassers, wo wir stehen konnten. Dass die Strömungen sehr tückisch sind, zeigte kurze Zeit später noch der Einsatz des Rettungshubschraubers am Nachbarstrand.

Hiermit bewerbe ich mich dann auch offiziell um eine Rolle in einer möglichen Fortsetzung von Baywatch. Den Hasselhoff können sie ja eh nicht mehr einsetzen.

21.01.2010: Ein Warane und viele Delfine

24. Januar 2010 | 11:27 Uhr

Wir saßen gerade in unserem Camper und frühstückten, als Fabian plötzlich rief: “Da hinten!”. Er sprang auf, griff hastig nach seiner Kamera, eilte davon und ließ mich etwas verwirrt zurück. Als er zurückkam, präsentierte er mir anhand eines Videos und einiger Fotos, was der Anlass seines Verhaltens gewesen war…ein eineinhalb Meter langer Waran, der seelenruhig über das Gelände des Caravanparks spaziert war.

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Bevor es wieder zurück auf den Highway ging, wollten wir uns noch eine kleine Besonderheit von Nambucca Heads ansehen. Zur Befestigung eines langen Steges und zum Schutz vor den Wellen hatte man entlang des Steges unterschiedlich große Felsbrocken und Betonklötze ins Meer gelassen, die im Laufe der letzten Jahre von zahlreichen Besuchern ganz individuell bemalt oder besprüht wurden. Während einige die Felsen nutzen, um ihrer Liebsten einen Heiratsantrag zu machen, verewigten einige Familien dort ihren kompletten Stammbaum und andere wiederum gedachten verstorbenen Familienmitgliedern.

Als ich gerade einen solchen Felsbrocken betrachtete, machte Fabian mich auf einen Schwarm Delfine aufmerksam, der sich nur wenige Meter vom Steg entfernt im Meer tummelte. Begeistert konnten wir beobachten wie einzelne Delfine sich eine Art Rennen lieferten und versuchten, sich in der Höhe ihrer Sprünge zu überbieten.

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Als sich die Delfine langsam vom Steg entfernten, kehrten wir zu unserem Camper zurück und machten uns auf den Weg zu unserem heutigen Tagesziel, dem kleinen Doppelort Forster-Tuncurry. Auch hier hatten wir uns einen Caravanpark ausgesucht, der direkt an einem Strand liegt.

Allerdings erwarteten uns eine nicht wirklich schöne Anlage, ein Platz auf einem sehr unebenen verdorrtem Grasplatz und das alles für einen Preis, der das, was wir bisher für unsere Übernachtungen gezahlt hatten, um ein Vielfaches übertraf. Allein der Umstand, dass wir wieder einmal einen kaum besuchten, sehr schönen Strand vorfanden, besänftigte uns insoweit, dass wir nicht zur Rezeption zurückkehrten und unserem Ärger Luft machten. Und es sollte ja auch nur für eine Nacht sein.

So verbrachten wir auch diesen Nachmittag am Strand und genossen einen unserer letzten Tage in Australien in vollen Zügen.

20.01.2010: Nambucca Heads

24. Januar 2010 | 11:12 Uhr

Unsere letzten Tage im schönen Australien waren angebrochen und so musste unser Weg langsam Richtung Sydney zurückführen, von wo aus wir am 25. Januar Richtung Neuseeland aufbrechen werden. Da wir aber sehr gut in der Zeit lagen, konnten wir die noch zu bewältigenden ca. 750 km in kleinen Etappen zurücklegen und hatten uns daher für die restlichen Tage noch ein paar schöne kleine Strandorte zum Entspannen ausgesucht.

Unser heutiges Ziel war Nambucca Heads, ein beschaulicher Badeort, mit einer herrlichen Aussicht auf die Mündung des Nambucca River und kilometerlangen breiten Sandstränden. Und an einem dieser kilometerlangen breiten Sandstrände lag auch unser Caravanpark. Schnell stellten wir unseren Camper auf einem schattigen Plätzchen ab, schlüpften in unsere Badesachen und genossen ein paar ruhige und entspannte Stunden an einem beinahe menschenleeren Strand.

Zum Abendessen gönnten wir uns in einem kleinen Restaurant frischen Fisch. Während Fabian Haifilets in seinen hungrigen Magen wandern ließ, verspeiste ich leckere “White Filets”.

19.01.2010: Tauchen an den Julian Rocks

19. Januar 2010 | 14:18 Uhr

Um 08:30 Uhr legten wir ab zu unserem ersten eigenen Tauchgang nach dem Kurs. Das Ziel waren die Julian Rocks, eine Felsformation 2 Kilometer vor der Küste von Byron Bay. Insgesamt waren wir heute Morgen sechs Taucher plus einen Guide. Nach kurzer aber heftiger Fahrt mit einem Schlauchboot, erreichten wir Julian Rocks und gingen gleich ins Wasser. Die Bedingungen waren mittelmäßig: 6 Meter Sicht, teilweise stärke Strömungen und an der Oberfläche bis zu zwei Meter hohe Wellen. Wir starteten unseren 40 minütigen Dive an der sogenannten Nursery und tauchten langsam in tiefere Gewässer rund um das Cod Hole ab. Nachdem wir das Cod Hole, einen kleine Felshöhle, durchtaucht hatten, erreichten wir bei 19,5 Metern die tiefste Stelle des heutigen Tages. Die gesichteten Meeresbewohner hatten es heute in sich. Neben den üblichen kleinen Rochen und Fischen sahen wir einige Kugelfische und einen großen Gitarrenrochen (ähnelt eher einem Hai) und einen 2 Meter großen Stachelrochen!

Nach unserer Rückkehr zur Wasseroberfläche mussten wir zunächst darauf warten, dass uns das Schlauchboot wieder an Bord nimmt. Es trieb knapp 100 Meter von uns entfernt und war durch die hohen Wellen bedingt nicht immer sichtbar. Nach kurzer Zeit war aber auch das bewerkstelligt und wir kehrten zurück an Land. Dort nahmen wir von zwei holländischen Mittauchern noch einige Tipps zu schönen Tauchplätzen in den Niederlanden mit und gingen anschließend zwecks Kaffee- und Nahrungsaufnahme in die Innenstadt.

Der restliche Tag ist schnell beschrieben: Rückkehr zum Caravanpark, Sonnenbad am leeren Strand, Tagebucheinträge vorm Camper schreiben, BBQ, Bier und Wein in der lauschigen Abendluft.

18.01.2010: Byron Bay

19. Januar 2010 | 14:18 Uhr

Heute Morgen ging es dann wie geplant in den Tauchshop und ich musste mich zusammenreißen, nicht gleich eine komplette Ausrüstung zu kaufen. Das schlimme an einem neuen Hobby ist ja, dass es so viele tolle Ausrüstungsgegenstände gibt, die ich eigentlich auch immer haben muss. Und beim tauchen verbindet sich dies auch gleich noch mit einem gewissen Technikanteil, was die Sache noch schwieriger für mich macht. Zum Glück passt eine Tauchausrüstung nicht in einen Rucksack.

Nach der kleinen Shoppingtour fuhren wir wieder auf den Pacific Highway und kehrten Brisbane den Rücken. Unser heutiges Ziel hieß Byron Bay, ein schönes Städtchen am östlichsten Punkt des australischen Festlands und Zentrum der Alternativkultur von Australien. Vorher machten wir aber noch einen großen Bogen um die Gold Coast südlich von Brisbane, ein überlaufenes Urlaubszentrum mit viel Beton und Hotelburgen. Als wir in Byron Bay ankamen, mussten wir feststellen, dass es hier zwar wirklich keine Fast Food Ketten gibt und dafür viele kleine tolle Geschäfte und Cafés, wir aber bei weitem nicht die einzigen waren, die die Stadt auf dem Reiseplan haben. Die Straßen in der Innenstadt waren buchstäblich überrannt. Wir bahnten uns langsam den Weg durch die Autos und Fußgänger zum örtlichen Divecenter, um unseren Tauchgang für den morgigen Tag zu buchen. Wie wir feststellen mussten, war dies noch der einfache Teil der heutigen Logistikaufgaben. Denn wenig später mussten wir uns bei allen Campingplätzen in der Stadt anhören, dass sie vollständig ausgebucht sind. Byron Bay ist sicher ein tolles Urlaubsziel in der Nebensaison, aber es verliert viel von seinem Charme wenn sich die Touristenmassen in den Straßen tummeln.

Bevor wir uns nun außerhalb der Stadt nach einer Bleibe umsehen wollten, statteten wir zuerst noch der Attraktion von Byron Bay schlechthin einen Besuch ab: dem Leuchtturm auf der Landzunge Cape Byron. Der Leuchtturm und die zugehörige Landzunge markieren den östlichsten Punkt von Australien und bieten einen wunderbaren Ausblick auf die benachbarten Buchten und den Ozean. Von dort oben konnten wir erneut Rochen und Wasserschildkröten zuschauen. Die Freude über die tolle Aussicht hielt aber nur kurz an, denn die heutigen Temperaturen (37° C) machten einen Aufenthalt in der prallen Mittagssonne zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

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Nachdem wir somit unseren Erlebnisspeicher für den Tag gefüllt hatten, suchten wir einen Caravanpark ein paar Kilometer südlich der Stadt auf und…waren begeistert! Ruhig gelegen mit direktem Zugang zum ebenfalls sehr ruhigen Strand fanden wir noch einen freien Platz. Kein Vergleich mit der Innenstadt und dem Hauptstrand von Byron Bay. Entsprechend froh über unser Glück, machten wir uns auf, den Rest des Nachmittags am Strand zu verbringen.

17.01.2010: Brisbane

19. Januar 2010 | 14:16 Uhr

Heute hieß es: Abschied nehmen von Hervey Bay. Nach zehn Tagen war es Zeit, weiter zu ziehen und so machten wir uns, mit einem kleinen Umweg zu den Glasshouse Mountains, auf den Weg nach Brisbane.

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Es mag daran gelegen haben, dass wir nach Sydney, Melbourne und Cairns inzwischen etwas “Stadtmüde” waren oder vielleicht war es auch einfach nur die drückende Hitze, aber wir konnten Brisbane nicht wirklich viel abgewinnen. So schlenderten wir auch eher etwas unmotiviert durch die Stadt und verbrachten einen Großteil der Zeit in einem Internetcafe, um endlich mal wieder ein paar Bilder hochzuladen und für den ersten Tauchgang nach unserem Tauchkurs zu recherchieren.

Da es direkt in Brisbane keine Caravanparks gab, sondern sich alle einige Kilometer außerhalb der Stadt befanden, beschlossen wir, uns einfach einen schönen Platz für uns und unseren Camper in der Stadt zu suchen. Wir wollten uns am nächsten Tag in einem Tauchshop mit eigener Maske und eigenem Schnorchel für unseren Tauchgang ausstatten und hatten daher keine Lust auf die ganze Hin- und Herfahrerei.

Unmittelbar in der Nähe des Tauchshops, der sich in einem sehr netten Stadtteil Bisbanes (Bulimba) befand, fanden wir dann einen kleinen Park, der sogar über öffentliche Toiletten verfügte. Schnell suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und stellten unseren Camper ab.

Zum Abendessen gönnten wir uns eine Pizza bei einem Italiener, der die Auszeichnung für die beste Pizza im Bundesstaat Queensland bekommen hatte.

16.01.2010: Fraser Island…Tag 2

19. Januar 2010 | 14:13 Uhr

Von den Sternen in den Schlaf gewiegt, von der aufgehenden Sonne geweckt. Um kurz nach fünf kitzelten uns die ersten Sonnenstrahlen an der Nase und wir erlebten noch halb schlafend den Sonnenaufgang. Die nächsten paar Stunden dämmerten wir noch etwas vor uns hin, bevor wir langsam richtig wach wurden und ein Frühstück mit Meerblick genießen konnten. Anschließend mussten wir noch ein wenig auf das ablaufende Wasser warten, bevor wir die Strandautobahn wieder befahren konnten. Das Fahren auf der Insel ist Grundverschieden: Auf den sandigen Wegen im Inneren der Insel und im weichen Sand am Strand, erinnert das Fahrverhalten stark an Eis und Schnee, schlingert der Wagen doch ununterbrochen und bedarf einiger Lenkmanöver, um auf der Piste zu bleiben. Hinzu kommen noch die schon von Melanie erwähnten Schlaglöcher, Wurzeln und andere Hindernisse, so dass die Strecke eher einem Geschicklichkeitsparcour ähnelt. Der harte Sand in unmittelbarer Nähe zum Meer ist jedoch meist so fest, dass man problemlos etwas schneller fahren kann, ohne gleich das Gefühl zu haben, der Wagen bricht jede Sekunde aus. Abrupte Lenk- oder Bremsmanöver sollte man jedoch tunlichst weiterhin vermeiden. Aber das Fahren am Strand ist einfach ein ganz großer Spaß!

Zunächst fuhren wir heute weiter gen Norden, um dem Indian Head einen Besuch abzustatten. Dabei handelt es sich um eine große Felsklippe, die in den Ozean hineinragt und von deren Spitze man einen tollen Ausblick auf die Strände und Dünen der Insel und auch auf das Meer hat. Nachdem wir von oben einigen Mantarochen zugesehen hatten, kehrten wir um und fuhren zurück gen Süden.

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Auf dem Rückweg mussten wir noch startenden und landenden Flugzeugen am Strand Platz machen und genossen ansonsten die frische Meerluft, die zu unseren Fenstern hineinwehte. Nach einer kurzen Kaffeepause kämpften wir uns wieder quer durchs Inselinnere zur Fähre, die uns um drei Uhr Nachmittags zurück nach Hervey Bay brachte.

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