25.01.2010: Auf Wiedersehen Australien – Hallo Neuseeland!
29. Januar 2010 | 11:40 Uhr
Melanie:
Nach 52 Tagen hieß es nun leider, Abschied von Australien zu nehmen. Und der Abschied fällt wahrlich nicht leicht, auch wenn mit Neuseeland ein wunderbares Land auf uns wartet. Während ich mich an unserem letzten Tag in Indien trotz der tollen Erlebnisse darauf freute, das Land zu verlassen und ein ruhigeres und saubereres Land zu bereisen, verlasse ich Australien auf jeden Fall nur sehr ungern.
Australien ist ein Land, in dem man auf der einen Seite herrlich am Strand entspannen und auf der anderen Seite viele spannende Dinge erleben und entdecken kann. Auf einige Erlebnisse hätte ich allerdings auch gut verzichten können. So wurde ich von einer fies aussehenden Wespe überfallen, von Sandfliegen und Moskitos durchlöchert und dann auch noch beinahe in den weiten Ozean verschleppt. Die positiv unvergesslichen Erlebnisse überwiegen jedoch bei Weitem: Tauchkurs und Tauchgänge, Bootsausflüge ans Great Barrier Reef und zum Whitehaven Beach, mit dem Jeep auf Fraser Island am Strand entlang fahren und kuscheln mit einem Koala waren lediglich die Creme de la Creme und auf die wenigen verzichtbaren Erlebnisse kommen jeweils gefühlte 10 Highlights.
Bei meiner Schwärmerei darf ich natürlich nicht die Bewohner dieses wunderbaren Landes vergessen. In den letzten Wochen sind mir unglaublich viele offene, freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet, die dafür gesorgt haben, dass ich die Zeit in Australien in bester Erinnerung behalten werde. Ob an der Tankstelle, im Supermarkt oder in anderen Geschäften, auf den Campingplätzen, in Restaurants und Cafés oder auch einfach so auf der Straße, stets war man daran interessiert, wo wir herkommen und wie unsere Reisepläne aussehen. Nicht selten bekamen wir gute Tipps oder Empfehlungen, die unsere Reise bereicherten und dafür sorgten, dass wir weitere nette Menschen getroffen haben.
Insbesondere in sprachlicher Hinsicht ist der Aufenthalt hier nicht ohne Auswirkungen geblieben. Mein wohlerzogenes und klares “Yes” ist dem typisch australisch dahingeschludertem “Yeah” gewichen und statt eines “Goodbye” oder zumindest “Bye” nuschele ich jetzt nur “See ya”. Ich sollte am Ende der Reise wahrscheinlich besser noch eine Woche in London verbringen, um wieder ein gesittetes Englisch zu sprechen.
Allerdings hoffe ich, mir etwas der ruhigen und entspannten Lebensart der Australier angeeignet zu haben und vor allem, mir erhalten zu können. So werde ich den Alltag nach unserer Rückkehr bestimmt mit einem steten Lächeln im Gesicht meistern können…
Fabian:
Zum Australien Fazit kann ich nicht mehr viel zu Melanies Worten hinzufügen. Auch mir hat es hier Down Under ausgesprochen gut gefallen. Besonders Natur und Landschaft haben uns eigentlich jeden Tag ein Highlight präsentiert.
Vielleicht kann ich noch schreiben, dass die Australier viel mehr mit den Amerikanern als mit den Engländern gemein haben. Sei es die Vorliebe zum Nuscheln und verkürzen von Worten, die bei vielen Australiern auf Fast Food ausgerichtete Lebensweise oder der Hang eher große und benzinschluckende Autos zu fahren. Aber auch die ungemeine Freundlichkeit und Offenheit, die in ein kumpelhaftes Verhalten übergeht.
Außerdem haben Australier eine eigene Zeitrechnung, die “10 minutes”. Diese 10 Minuten sind hier unten anscheinend in einer eigenen Dimension, variieren sie doch in ihrer Länge je nach Lust und Laune. Ich weiß nicht, wie oft wir während unserer Reise gehört haben, dass dies oder das nur “10 minutes” weit weg sei. Oft waren es dann eher 20 Minuten, manchmal aber auch nur fünf.
Der Abschied von Australien fällt eigentlich doppelt schwer, denn wir verlassen nicht nur ein wirklich schönes Land, sondern der Abschied markiert gleichzeitig auch die Halbzeit unserer Reise. Da wir aber noch fast drei Monate vor uns haben und noch viele tolle Dinge erleben werden, verschwenden wir daran keinen wirklichen Gedanken.
Wir verließen Australien am Nachmittag und erreichten nach drei Stunden Flug am frühen Abend dann Auckland, die größte Stadt Neuseelands oder Aotearoa, wie das Land auf Maori heißt und was “Land der langen weißen Wolke” bedeutet. Auckland beheimatet mit knapp 1,4 Millionen Einwohnern ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes, wirkt aber bis auf das Stadtzentrum mit seinen Wolkenkratzern eher beschaulich, was daran liegt, dass sich die Einwohner auf die doppelte Fläche von London verteilen.
Vom Flughafen nahmen wir einen Shuttlebus nach Parnell, einem östlichen Stadtteil von Auckland, der für seine schönen hölzernen Villen und seiner Vielzahl von kleinen Geschäften, Galerien und Restaurants bekannt ist. Unser Backpacker Hostel “City Garden Lodge” war in einer der genannten Villen untergebracht und wurde ursprünglich für die Königin von Tonga errichtet. Wir bezogen das “Turmzimmer” mit fast rundum laufenden Fenstern im zweiten Stock.
Mittlerweile war es kurz nach neun und unsere Mägen machten mit lautem Knurren auf sich aufmerksam, so dass wir uns in die Nahe gelegene Hauptstraße des Viertels – die Parnell Road – aufmachten, um einen Happen zu essen. Die Restaurants hatten an diesem Montagabend jedoch schon alle die Küche geschlossen. Zum Glück fanden wir noch eine kleine Tapas Bar, in der wir uns einige Leckereien bestellten und den ersten Abend in Neuseeland langsam ausklingen ließen.






