vielsehen

03.12.2009: Zeit für ein Fazit

5. Dezember 2009 | 11:33 Uhr

Unsere Reise durch Indien ist vorbei. Um 01:55 Uhr haben wir Mumbai Richtung Bangkok verlassen. Seit 07:30 Uhr sitzen wir hier am Flughafen und warten auf den Flieger, der uns nach Sydney bringen soll. Da dieser Flieger leider erst um 17:30 Uhr starten wird, bleibt uns genügend Zeit ein Fazit zu ziehen.

Was soll ich zu Indien sagen? Wäre ich ein negativer, missmutiger Mensch, würde ich wohl nur eines sagen: Indien ist laut, dreckig und sehr anstrengend. Doch als positiv eingestellter, weltoffener Mensch muss ich sagen, dass das ein vorschnelles und falsches Fazit wäre. Denn Indien ist ein unglaublich interessantes Land, in dem es viel zu entdecken gibt…man muss sich einfach nur auf dieses Land einlassen. Dann erlebt man ein pulsierendes Land, in dem sich der Großteil des täglichen Lebens auf den Straßen abspielt.

Die Gelassenheit der Inder und insbesondere ihre Art, den Eindruck zu vermitteln, sie könne nichts erschüttern, bewunderte ich sehr. Ich war begeistert von den farbenprächtigen Saris der Frauen und die Vielfalt der indischen Küche war einfach nur ein Genuss.

Um all dies genießen zu können, musste ich mich allerdings an ein paar indische Eigenarten gewöhnen:

An erster Stelle wäre da wohl der Straßenverkehr zu nennen. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nichts für schwache Nerven. Er gleicht einem Tetris-Spiel, erweitert um die Funktion “Was nicht passt, wird passend gemacht”. Die Fahrweise der Inder bescherte uns die eine oder andere Nahtoderfahrung. Nach einigen Fahrten saßen wir aber beinahe komplett entspannt auf der Rückbank, da wir feststellen mussten, dass das System aus Hupen, aus dem Fenster schreien und wild gestikulieren durchaus funktioniert.

Darüber hinaus spucken die Inder ungeniert beinahe im Sekundentakt. Und da eine Vielzahl der Inder dabei eine so genannte Betelnuss kaut, ist die rostrote Suppe die auf der Straße landet alles andere als appetitlich. Das ist aber noch nichts im Vergleich zu der strikten Weigerung der Inder ein Taschentuch zu benutzen. Im günstigsten Fall wird nur hochgezogen, ansonsten – und das ist leider fast der Regelfall – “durchgezogen” und ausgespuckt. Eine Eigenart, an die wir uns allerdings auch nach fast fünf Wochen nicht gewöhnt haben.

Eher amüsiert hat mich die Beobachtung die ich machen konnte, wenn wir uns an Ticketschaltern o.ä. anstellen mussten. Der Inder an sich bildet keine ordentlich aufgereihte Schlange….er bildet einen Haufen…und derjenige, der dabei die meiste Durchsetzungskraft hat, ist als nächstes an der Reihe.

Bevor ich an Fabian übergebe, möchte ich noch mein ganz persönliches Fazit ziehen: In Begleitung eines Mannes ist man als Frau in Indien so gut wie abgemeldet. Da brachte es gar nichts, dass ich beim Anschneiden der Hochzeitstorte BEIDE Hände oben hatte….hier in Indien hatte ich nichts zu melden. Egal wo wir waren, man sprach den “Sir” an, ich wurde nur dann begrüßt, wenn ich mich erdreistete auch etwas zur Begrüßung zu sagen. Antwortete ich auf eine Frage, so wurde dennoch weiterhin mit Fabian gesprochen und stellte ich eine Frage, bekam Fabian die Antwort. Beim Essen musste Fabian für mich bestellen, ausschließlich er wurde gefragt, ob das Essen geschmeckt hat und er wurde ebenfalls gefragt, ob ICH fertig bin und MEIN Teller abgeräumt werden kann. Außerdem gab es in allen Restaurants und Hotels ausschließlich männliches Personal…Alice Schwarzer hätte in Indien also einiges zu tun.

Das mit den Händen bei der Hochzeitstorte wusste ich damals gar nicht, jedoch hat es Melanie nun ja nichts genützt (unabhängig von Indien ;-) . Davon mal abgesehen, dass die Inder Melanie in vielen Situationen mit Nichtachtung bedachten, haben wir in den vergangenen Wochen stets hilfsbereite, sehr nette und auch sehr offene Menschen kennen gelernt, die nach kurzer Zeit über die persönlichsten Dinge mit einem reden. Uns wurde überall ein freundlicher Empfang bereitet, wenn wir uns manchmal auch etwas zu hofiert fühlten und uns etwas weniger devotes Verhalten gewünscht hätten.

Die Kultur und Gesellschaft ist wie erwartet häufig meilenweit von unseren westlichen Vorstellungen entfernt. Gerade das macht sicherlich dieses Land und die Menschen aber so interessant, lässt man sich als Besucher hier auf ein völlig unbekanntes Abenteuer ein.
Wer zu diesem Schritt nicht bereit ist, wird Indien sicher nicht mögen. Denn natürlich gibt es auch die hässlichen Seiten, die hier erwähnt werden müssen. Neben dem Lärm und ständigem Menschenauflauf sind in erster Linie natürlich der Dreck und die Armut zu nennen. Während man über die allgegenwärtigen Müllberge am Straßenrand noch hinwegsehen kann bzw. sich ein Stück weit daran gewöhnt (es sei denn es riecht auch noch erbarmungslos), so ist die einen ebenfalls begleitende Armut der Menschen ein ganz anderes Thema. Leider muss ich auch hier sagen, dass man sich mit der Zeit etwas daran gewöhnt bzw. die Augen davor verschließt. Wahrscheinlich ist es ein automatischer Schutzmechanismus, der einsetzt, wenn man eine Frau mit ihrem Säugling auf dem Arm im Dreck der Gosse liegen sieht und sich nicht sicher ist, ob die beiden noch leben oder bereits tot sind. Und dies ist leider kein seltenes Bild sondern verfolgt einen auf Schritt und Tritt. Es befällt einen ein gewisses Gefühl der Ohnmacht angesichts der Hilflosigkeit in der man sich befindet.

Wer sich von den negativen Seiten nicht abschrecken lässt und diese ebenfalls als Teil Indien begreift, der wird ein Land kennen lernen, welches einen mit einer unglaublichen Vielfältigkeit in kultureller und religiöser Hinsicht beschenkt, die Sinne mit den exotischsten Gerüchen und buntesten Farbspielen belohnt und einem einen neuen Teil dieser Welt aufzeigt.

Wir beide schließen eine Rückkehr nach Indien auf keinen Fall aus, haben wir doch nur einen kleinen Teil dieses großen und vielfältigen Landes gesehen.

02.12.2009: Mumbai und der letzte Tag in Indien

2. Dezember 2009 | 15:38 Uhr

Unser erster Eindruck von gestern Abend bestätigte sich heute an unserem letzten Tag in Indien: Mumbai ist gar nicht eine so schreckliche Stadt. Zumindest der Teil, den wir gesehen haben, Downtown Mumbai, ist für indische Verhältnisse sehr “westlich”. Wir hatten deutlich mehr Verkehrschaos, Dreck und Armut erwartet. Eventuell haben wir uns aber auch schon ein Stück weit an diese drei Grundattribute jeder indischen Stadt gewöhnt.
Natürlich ist Downtown Mumbai nur ein ganz kleiner Teil und sicher nicht repräsentativ für diese 16+ Millionen Stadt, in der ca. 60% der Menschen in Slums wohnen (im größten Slum leben 1 Million Menschen auf gerade mal 2,2 km²). Jeden zweiten Tag kommen 1.000 neue Flüchtlinge aus dem ländlichen Indien hinzu und machen die Stadt zum weltweit größten Siedlungsgebiet. Ein Indikator der schlechten Lebensbedingungen, den ich in einem Zeitungsartikel vor ein paar Tagen gelesen habe, ist die durchschnittlich sieben Jahre kürzere Lebenserwartung in Mumbai im Vergleich zum Rest von Indien. Und diese Zahl schließt alle Bewohner mit ein, auch die besser situierten Schichten.
Ein Grund für die Flüchtlinge ist sicher, dass Mumbai neben der erschreckenden Armut auch für das wirtschaftliche Wunder Indiens steht. Die Stadt erwirtschaftet fast ein Drittel der indischen Steuereinnahmen und über den Hafen von Mumbai wird die Hälfte des Außenhandels abgewickelt. Und dann ist da natürlich auch noch die größte Filmindustrie der Welt, Bollywood, mit all seinen Stars und Glamour. All das treibt die Menschen nach Mumbai, in der Hoffnung, etwas vom Reichtum abzubekommen oder zumindest ein wenig davon zu profitieren.

Da unser Hotel nicht weit von den wenigen wirklichen Sehenswürdigkeiten Mumbais entfernt lag, machten wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg und erkundeten Downtown Mumbai. Unser Weg führte uns vorbei an den beeindruckenden Bauten aus der Raj-Architektur wie dem High Court, der Universität, dem Prince of Wales Museum und endete schließlich am berühmten Gateway of India. Dem gegenüber liegt das Taj Mahal Palace Hotel, dass vor fast genau einem Jahr am 26. November, das Hauptziel der terroristischen Anschläge in Mumbai war. Das letzte große Highlight, den Victoria Terminus Bahnhof, erreichten wir nach knapp einer halben Stunde recht entspannten Schlenderns durch die Straßen der Metropole. Auch dort war es deutlich entspannter als z.B. am Bahnhof in Delhi. Derart positiv überrascht, liefen wir noch ein wenig weiter durch die Stadt bis wir dann am frühen Nachmittag wieder unser Hotel erreichten. Jetzt hieß es duschen, packen, auschecken, essen, Taxi zum Flughafen und dann “Namaste India”.

01.12.2009: Vom ruhigen Strand ins hektische Mumbai

2. Dezember 2009 | 15:36 Uhr

Nach einem Abschiedsfrühstück auf der Veranda des Restaurants, brachte uns ein Taxifahrer zum Flughafen. Erfreulicherweise sollte uns unser Flieger mit nur einer halben Stunde Verspätung nach Mumbai bringen.

In Mumbai angekommen erschien uns diese Stadt, die uns auf dem Zwischenstopp nach Goa noch unerträglich heiß, laut, hektisch und nervig vorgekommen war, plötzlich gar nicht mehr so unerträglich.

Da wir uns direkt an den Prepaid-Taxischalter wendeten, ersparten wir es uns, von den “normalen” Taxifahrern bestürmt zu werden. Während der Taxifahrt konnten wir die ersten Eindrücke Mumbais auf uns wirken lassen…allerdings deutlich länger als wir es erwartet hatten, da wir für eine Strecke von gerade mal 30 km unglaubliche zwei Stunden brauchten. Dafür war größtenteils eine Demonstration verantwortlich, die die Fahrzeuge zwang auf einer Spur zu fahren, statt wie gewohnt zu fünft nebeneinander. Aber auch sonst war der Verkehr von dem gewohnten Chaos beherrscht.

Was wir während der zweistündigen Fahrt zu sehen bekamen gefiel uns. Sehr viel Grün und verhältnismäßig wenig Dreck. Zudem hatten wir zum ersten Mal das Gefühl wirklich in einer Großstadt zu sein.

Unser Abendessen nahmen wir in einem Restaurant ein, das erst seit einer Woche geöffnet hatte. Wir kamen daher in den Genuss sehr zuvorkommend behandelt zu werden. Bereits während des Essens wurden wir mehrfach gefragt, ob wir zufrieden seien. Zu unserer Erheiterung flüsterte der Chefkellner dem übrigen Personal sowohl vor der Vor- als auch der Hauptspeise eindringlich “Fresh Pepper….fresh Pepper” zu, worauf sofort ein Kellner mit einer Pfeffermühle vor uns stand und uns jenen frischen Pfeffer anbot. Auch als wir das Restaurant wieder verließen, fragte man uns, ob das Essen geschmeckt habe und ob wir etwas zu kritisieren hätten.

30.11.2009: Der letzte Abend in Goa

2. Dezember 2009 | 15:35 Uhr

Unseren letzten Tag am Strand hatten wir dazu genutzt uns ein Tattoo mit Henna malen zu lassen. Während meinen rechten Fuß nun eine schöne Blumenranke schmückt, hat Fabian sich ein Tribal auf den Nacken malen lassen. Leider musste ich im Laufe der nächsten Stunden feststellen, dass mein Körper Henna nicht zu mögen scheint und ich mal wieder allergisch auf Mutter Natur reagierte. Würde man die Farbe entfernen, würde man stattdessen eine aus kleinen, fies juckenden Pusteln bestehende Blumenranke erkennen können.

Unser Abendessen konnten wir an diesem Abend in einer besonders tollen Atmosphäre genießen. Da beinahe Vollmond war, hatte das Personal des Blue Corner zwei Tische direkt an den Strand gestellt. Da der zweite Tisch frei blieb, konnten wir den fangfrischen Hai mit Zitronenbutter in trauter Zweisamkeit, nur begleitet vom Meeresrauschen genießen….fast schon zu kitschig.

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29.11.2009: Das Runde muss ins Eckige…oder so ähnlich

2. Dezember 2009 | 15:34 Uhr

So langsam neigte sich unser erholsamer Strandurlaub dem Ende zu und inzwischen hatte sich auch so etwas wie eine “In den Tag hinein leben – Routine” entwickelt: Ausschlafen…ausgedehntes Frühstück…Sonnenbaden…im Meer baden…Sonnenbaden…Duschen…Drink auf der Veranda…Abendessen…Drinks im Restaurant…schlafen…

Diese Routine frischten wir heute zum einen mit einer großartigen Ganzkörpermassage auf. Nach einigen Nächten auf den brettähnlichen indischen Matratzen wussten wir die Massage besonders zu schätzen.

Zum anderen wagten wir uns nach dem Abendessen an den Billardtisch. Während ich mir ziemlich schnell eingestehen musste, dass ich wohl die schlechteste Billardspielerin bin, die es gibt, reichten Fabians Spielkünste zumindest soweit, dass er nach und nach beinahe vom gesamten Personal zu einem Spiel herausgefordert wurde und das ein oder andere Spiel für sich entscheiden konnte. Der Programmpunkt “Schlafen” wurde an diesem Abend daher deutlich nach hinten verschoben.

26.11.2009: Old Goa

28. November 2009 | 14:41 Uhr

Vorab: Heute war unser Fahrer pünktlich, sieht man mal von der Viertelstunde ab, die man der entspannten Lebenseinstellung der hiesigen Einwohner ohnehin anrechnen muss.

Nachdem wir noch ein bisschen am Strand waren, fuhren wir am frühen Nachmittag mit unserem Fahrer nach Old Goa, der ehemaligen Hauptstadt Goas. Wir hatten den Besuch extra auf den Nachmittag gelegt, da wir zum einen der Hitze und zum anderen der Vielzahl von christlichen Pilgern entgehen wollten, die gerade zu Tausenden nach Old Goa strömen. Der Grund ist der am 3. Dezember stattfindende Todestag von Franz Xaver, dem berühmten Missionar, der in der Basilica of Bom Jesus beigesetzt ist.

Von der ehemals überwältigenden Pracht Old Goas ist leider nicht mehr viel übrig geblieben und so mussten wir einiges an Fantasie aufbringen, um uns den ehemaligen Glanz vorzustellen. Aus der Blütezeit der Stadt stehen nämlich nur noch einige Kirchen und Klöster sowie kleinere Bauwerke wie der Viceroy’s Archway. Somit war unsere Besichtigungstour auch in knapp zwei Stunden vorbei und wir fuhren zurück ins Blue Corner.

Für die Klimaanlage in unserem Auto, mussten wir übrigens extra bezahlen, was der Fahrer uns beim Einsteigen mitteilte. Dafür drehte er die Kühlung dann auch auf arktische Temperaturen, so dass wir zumindest viel für unser Geld bekamen.

25.11.2009: Chilling Goa

28. November 2009 | 14:40 Uhr

So langsam gehören wir zur Gemeinschaft unserer Hüttenanlage dazu. Wir begrüßen das Personal mit Namen und auch andere Langzeitgäste bzw. Goa-Gestrandete kennen wir mittlerweile. Um in unser lockeres “in den Tag leben” etwas Abwechslung zu integrieren, wollten wir heute mit einem Fahrer nach Old Goa. Leider verspätete sich der Fahrer um mehr als eine halbe Stunde, so dass es für den Trip zu spät wurde und wir diesen auf morgen verschieben mussten. Nach einem schönen langen Strandspaziergang, auf dem uns Bogen die ganze Zeit begleitete, gönnten wir uns dafür eine Massage und ließen den Abend wie gewohnt ganz entspannt in unserem Restaurant und später auf unserer Veranda ausklingen.

Heute hatten wir außerdem beschlossen, unsere ursprünglichen Pläne, noch einen anderen Strand in Goa aufzusuchen und/oder die Höhlen von Ellora zu besuchen, aufzugeben und die restlichen Tage in unserem friedlichen kleinen Paradies zu verbringen. Ich bemerkte nämlich, dass direkt aus dem Job in eine dreiwöchige Indienreise zu starten, die zudem noch geplant und organisiert werden muss nicht so entspannend war und die Ruhe und Erholung hier in Goa genau das Richtige ist.

22.11.2009: Die Entspannung geht weiter

23. November 2009 | 13:43 Uhr

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Sonne, Strand & Meer. Mehr gibt es zum heutigen Tag nicht zu schreiben.

Da auch die kommenden Tage weitestgehend von den drei obigen Dingen beherrscht werden und das Internetcafé zudem nicht ganz leicht zu erreichen ist, wird hier nicht mehr ganz so häufig etwas zu lesen sein. Aber es wartet noch Mumbai und dann geht es ja auch schon nach Australien…also dranbleiben!

21.11.2009: Im Westen (von Indien) nichts Neues

23. November 2009 | 13:40 Uhr

Auch den zweiten, bzw. ersten kompletten Strandtag verbrachten wir genau so, wie es der Name sagt: am Strand. Das Highlight dieses Tages war, neben dem tollen Wetter und dem wunderschönen Strand, unser Abendessen. Unser Restaurant ist bekannt für seine tolle Küche und besonders für die frischen Fischgerichte, die darin gezaubert werden. Die fangfrischen Fische werden jeden Abend in der Nähe der Terrasse aufgehängt, so dass wir uns unser Abendessen selber aussuchen konnten. Wir entschieden uns für einen kleinen Hai, der kurze Zeit später gegrillt und nur mit Butter und frischem Knoblauch serviert den Weg in unsere hungrigen Mägen fand. Neben den frischen Fischgerichten, die wir bereits häufiger in Holland direkt beim Fischgroßhandel gegessen hatten, war dies mit Abstand der frischeste und leckerste Fisch, den wir je gegessen hatten.

P.S.: Bei Melanie ist die Erkältung noch nicht ganz weg. Jetzt leidet vor allem ihre Stimme darunter, so dass sie sich ein bisschen wir Marlon Brando in der Pate anhört.

20.11.2009: Das süße Nichtstun

23. November 2009 | 13:39 Uhr

Nach dem Aufstehen, wechselten wir unser Quartier und bezogen endlich unsere schöne, saubere und sehr idyllische Strandhütte. Im Anschluss an das obligatorische Auspacken ging es natürlich direkt mit den Büchern an den Strand. So genossen wir die folgenden Stunden, zuerst meist im Schatten und mit sinkenden Temperaturen am Nachmittag auch vermehrt in der Sonne, und ließen das schöne Strandparadies auf uns wirken.

Abends aßen wir auf der zu unserer Hütte gehörenden Restauranterrasse – wieder nicht indisch sondern diesmal (Goa sei Dank) ein Steak – und gingen recht früh ins Bett. Als wir noch ein bisschen lesend im Bett lagen, nahm ich aus dem Augenwinkel war, dass Melanie ihre Füße in das Laken einhüllte. Das ist im Grunde ja nichts besonderes, doch der sich bewegende Schatten irritierte mich etwas. Bei genauerem Hinsehen, entpuppte sich dieser als recht großer Hundertfüßler, der Schutz in den Falten des Lakens suchte. Um Melanie vor einer Panikattacke zu bewahren, wies ich sie vorsichtig auf das Geschehen zu ihren Füßen hin. Ganz Tapfer zog sie auch nur ganz schnell die Füße weg, so dass ich das Laken samt seinem Bewohner nach Draußen bringen konnte, wo ich dem verschreckten Insekt die Wohnrechte fristlos kündigte. Zurück ins Bett durfte ich danach nur, nachdem ich noch mal unter dem Bett nachgesehen hatte, dass es sich auch tatsächlich um einen Einzelgänger und keine Hundertfüßler-Familie gehandelt hatte. Kurz darauf fielen wir, durch das sanfte Rauschen des Meeres begleitet, in einen tiefen und erholsamen Schlaf.

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