12. April 2010 | 17:05 Uhr
Die Tempel von Angkor gehören zu den Dingen, auf die wir uns schon die gesamte Reise gefreut haben. Bisher kannten wir die majestätischen Bauten nur aus Bildbänden oder Berichten, doch heute verschafften wir uns endlich einen eigenen Eindruck…und der begann, als es noch stockdunkel war.
Um fünf Uhr setzten wir uns in unser Tuk Tuk (natürlich auch heute wieder von Mr. Marom gefahren) und fuhren los, damit wir den Sonnenaufgang über Angkor Wat erleben konnten. Da die Tempel nur einige Kilometer vor den Toren von Siem Reap liegen, brauchten wir nicht lange für die Fahrt. Wir schritten vorsichtig über den zur Tempelanlage führenden Dammweg, da wir im gerade einsetzten Dämmerlicht noch nicht viel sehen konnten. Beim Durchschreiten des äußeren Tores eröffnete sich bereits ein erster unglaublicher Anblick. Die fünf hohen Türme des inneren Tempels zeichneten sich dunkel vor dem sich langsam erhellenden Himmel ab. Wir setzten uns an den Rand eines Wasserbeckens und warteten die folgende Stunde den Sonnenaufgang ab, während sich die Tempelanlage langsam aus dem Dunkel der Nacht materialisierte. Natürlich waren wir nicht die einzigen Touristen, die sich dieses Spektakel anschauten und angesichts der doch recht großen Anzahl “Gleichgesinnter” fragten wir uns erschrocken, wie voll es hier wohl in der Hauptsaison ist.
Nachdem die Sonne schließlich höher am Himmel stand, erkundeten wir ausgiebig die riesige Tempelanlage mit all ihren Türmen, Räumen, Säulengalerien und Reliefs. Weitere Ausführungen zum Tempel (und auch den folgenden) spare ich mir, dafür müsste ich dann sicher ein eigenes Buch schreiben. Wir waren auf alle Fälle schwer beeindruckt und hellauf begeistert und gingen nach etwas mehr als einer Stunde zurück zu unserem Tuk Tuk. Denn schließlich warteten auch noch andere Tempel auf uns, genauer gesagt gibt es auf dem über 300 km² umfassenden Areal mehrere Dutzend Tempel, aus denen wir uns für den heutigen Tag die wichtigsten und imposantesten herausgesucht hatten:
1. Angkor Wat
Oben beschrieben und sicherlich DAS Highlight aller Tempel in Angkor.
2. Phnom Bakheng
Ein Tempel hoch oben auf einem Berg. Der Tempel an sich ist nicht so beeindruckend, dafür aber die tolle Aussicht über das Land und die Türme von Angkor Wat. Vorausgesetzt, man bewältigt die extrem schmalen und steilen Stufen ohne herunterzufallen.
3. Angkor Thom (die ummauerte Stadt) mit dem Bayon Tempel
Mehrere ummauerte Tempelanlagen, wo schon die Mauer mit ihren Eingangstoren beeindruckend ist. Der Bayon Tempel mit seinen 54 Türmen und über 200 riesigen Gesichtern machte uns beinahe sprachlos. Der von uns im Anschluss besuchte Tempel Baphuon, sowie die Elefantenterrasse und die Terrasse des Leprakönigs verblassen danach ein bisschen.
4. Preah Khan
Nicht mehr ganz so gut erhalten bzw. restauriert, dafür aber mit marodem Charme und vielen geschlossenen Gängen und Räumen, die betreten werden können.
5. Ta Prohm
Das dritte Highlight von Angkor, der “Dschungeltempel”. Die Anlage ist teilweise auch recht stark zerfallen, die Besonderheit sind hier jedoch auch die mächtigen Kapokbäume, die mit ihren gewaltigen Wurzeln die Tempelbauten umklammern oder sie gar auseinander brechen. Zusammen mit den Moosbewachsenen Steinen ergibt sich hier ein ganz anderes, sehr spektakuläres Bild als in den anderen Tempeln.
Während dieses Besichtigungsprogramms wurde es wie erwartet mit jeder Stunde heißer, bis es zur Mittagszeit wieder unerträglich war. Da zugleich auch die Menge der Touristen mit jedem Tempel zunahm (auf dem Tempelberg Phnom Bakheng war nur ein weiterer Tourist, in Ta Prohm waren es hingegen mehrere Busladungen) und wir langsam auch genug Tempelbauten gesehen hatten, beschlossen wir um kurz vor zwölf den letzten Tempelbesuch vom Programm zu streichen und zurück ins Hotel zu fahren. Die Eindrücke aus sieben Stunden Tempelbesichtigungen mussten schließlich auch erst einmal verarbeitet werden.
Abendessen und ein paar kühlende Getränke gab es dann wieder im touristischen Zentrum von Siem Reap, der Pub Street. Da wir heute etwas mehr Zeit hier verbrachten, konnten wir teilweise nur kopfschüttelnd auf einige “Pauschaltouristen” blicken, die mit ihrem Verhalten vielleicht besser nach Mallorca gepasst hätten.