02.04.2010: Der letzte Tag in Vietnam
3. April 2010 | 17:46 Uhr
Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir von Phu Quoc verlassen mussten, legte die Regenzeit einen Ruhetag ein…strahlend blauer Himmel und Sonnenschein verabschiedeten uns an diesem Morgen. Nach dem Frühstück tauschten wir noch schnell unsere Telefonnummer mit Kathi und Heiko aus, die ebenfalls heute zurück nach Ho Chi Minh-Stadt fliegen würden und mit denen wir uns am Abend treffen wollten. Mit dem Taxi ging es zum Flughafen und von dort aus wieder mit einer kleinen Propellermaschine zurück nach HCMS. Da wir bei unserem letzten Aufenthalt in HCMS mit unserem Hotel zufrieden waren, hatten wir auch dieses Mal ein Zimmer dort reserviert und wurden von einem Fahrer direkt am Flughafen abgeholt.
Am Hotel angekommen, luden wir nur kurz unser Gepäck ab und machten uns gleich wieder auf den Weg, da wir für den nächsten Tag noch unsere Weiterreise nach Kambodscha organisieren mussten. Das von uns favorisierte Reisebüro war schnell gefunden und wir buchten zwei Bustickets nach Phnom Penh. Nachdem das Wichtigste erledigt war, machten wir uns auf die Suche nach neuen Flip Flops, die meine durch den Teer ruinierten und Fabians zerstörten Flip Flops ersetzten sollten. Ich wurde gleich im ersten Laden fündig, während sich die Suche für Fabian etwas schwieriger gestaltete. Im Land der kleinen Vietnamesen ist man als Westeuropäer mit Schuhgröße 44 eine seltene Spezies, so dass wir in den ersten Läden entweder nur ein Kopfschütteln ernteten oder aber man versuchte Fabian dazu zu überreden, doch mal Schuhe in Größe 40 anzuprobieren. Mit etwas Geduld und Ausdauer fanden wir aber dann doch noch ein passendes Paar.
Danach war etwas Zeit für eine kalte Dusche und etwas Ruhe im Hotelzimmer, bevor wir uns um acht mit Heiko und Kathi trafen. Wir hatten beschlossen einer Empfehlung von Thomas zu folgen, und dem Seventeen Saloon einen Besuch abzustatten. Er hatte uns von der Livemusik vorgeschwärmt und uns versichert, dass es kein Touri-Schuppen sei. Vielmehr seien dort fast ausschließlich Vietnamesen anzutreffen. Vielleicht hätten wir schon stutzig werden müssen, als wir vor der Tür des Saloons von zwei Vietnamesen im Cowboydress inklusive Pistolenholster begrüßt und an einen Tisch geführt wurden, aber eigentlich fanden wir das ja noch ganz lustig. Weniger lustig fanden wir dann schon die Preise der Getränke, die an die Preise in einer deutschen Nobeldiskothek erinnerten. Das war dann aber auch das einzige, was in dem Laden Nobel war. Während Heiko etwas zurückhaltender aber sehr passend anmerkte, dass ihn die Atmosphäre an einen schlechten Russ Meyer-Film erinnert, war ich da weniger zurückhaltend und verpasste dem Laden das Label “Kuppel-Bums-Schuppen”. Neureiche Vietnamesen und schmierige Touristen bestellten bei jungen, halbnackten Vietnamesinnen (den sog. “Biermädchen”) teure Getränke und durften dafür hier und da mal ein bisschen rumgrabbeln oder wurden begrabbelt. Zwei besonders schmierige Exemplare am Nebentisch ließen sich sogar füttern. Allerdings war die Livemusik (eine siebenköpfige Band) wirklich gut und wir waren insbesondere von den Stimmen der beiden Vietnamesinnen sehr begeistert, wobei auch die natürlich halbnackt waren und man die Hotpants der beiden eher als zwei aneinander genähte Flicken bezeichnen konnte. Als die Band eine Pause einlegte, hatten wir definitiv genug und verließen fluchtartig den Laden.
Kopfschüttelnd suchten wir uns eine kleine Garküche am Straßenrand und ließen den Abend auf winzigen Plastikhockern an einem wackeligen Plastiktisch ausklingen…auf vietnamesisch eben!